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Der Dreißigjährige Krieg in Thüringen [1618-1648]
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Kaleidoskopartig zeichnet dieses Buch ein emotional tief bewegendes Panorama jener ´´Urkatastrophe des deutschen Volkes´´ in Bezug auf das heutige Ostthüringen, das - damals in der Mitte Deutschlands und an wichtigen Handelswegen gelegen - immer wieder in das Geschehen hineingezogen wurde. Erzählt wird nicht nur von großen Ereignissen, sondern auch von den ´´kleinen Dingen des Großen Krieges´´, wie sich dieser auf das Land und dessen Bewohner unmittelbar ausgewirkt hat. Während auf der einen Seite die großen Akteure dieses gewaltigen Dramas zu dieser Region immer wieder in Beziehung treten, sind auf der anderen Seite auch manche Vorfahren noch heute hier lebender Familien in die Ereignisse von damals involviert, dazu natürlich alle Städte, Dörfer, Mühlen und Einzelgehöfte und sei es auch nur, dass deren Bewohner Kriegssteuern zahlen oder zu Fuhrdiensten bzw. Botengängen herangezogen worden sind. Indem erstmals eine solche Fülle an regionalen Material über das Thema in einem Band zusammenfindet, bietet sich, allein schon aufgrund der zahlreichen namentlich genannten lokalen Akteure, eine interessante Fundgrube für Ortschronisten und Familienforscher. Abgesehen davon war es dem Autor gleichsam wichtig zu schildern, wie das Land immer tiefer in den Konflikt hineingeraten ist, ob und welchen zivilen Widerstand es gegen die Soldateska gegeben hat, wie sich in der Nachkriegszeit der Wiederaufbau gestaltet hat und sich die moralischen Auswirkungen einer so langen und schweren Krisenzeit, etwa über Sagen und Legenden, im kollektiven Bewusstsein der Bevölkerung niedergeschlagen haben. Doch auch alltags- und sozialgeschichtliche Fragen kommen nicht zu kurz. Mittels Exkursen und Sacherläuterungen findet sich ein beeindruckendes Zeitbild der Welt von vor 400 Jahren gezeichnet. Da wird neben anderen ausgeführt, welche Auswirkungen die schweren Pestepidemien oder der Hexenwahn, welcher in diesen Jahren bekanntlich seinen Höhepunkt erreichte, auf die Region hatten, wie das Wirtschaftsgefüge damals konstruiert war, auf welche Weise die kleinen Territorien regiert wurden, wie die Landstände, die kommunale Selbstverwaltung, die Nachbarschaft, die Familie im 17. Jahrhundert funktionierten, bis hin zu solchen fundamentalen Fragen, wie die Menschen in dieser Zeit gelebt, haben, an was sie geglaubt, was sie gehofft oder gefürchtet haben. Als Schluss rundet ein biographischer Teil mit 25 Akteuren, vom Feldherrn bis zur Kriegsflüchtlingsfrau, die gelungene Darstellung ab.

Anbieter: buecher.de
Stand: 31.07.2019
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Ein langer, langer Weg
24,00 € *
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Willie Dunne ist gerade neunzehn, als er in den Krieg zieht. Von Politik versteht er nicht viel, auch von der Welt und ihrem Krieg nicht. Um wie sein Vater in Dublin Polizist zu werden, ist er nicht groß genug, aber gegen die »Hunnen« kann die britische Armee jeden Mann gebrauchen, auch den kleingewachsenen Willie. Mit Tausenden anderer irischer Freiwilliger wird Schütze Dunne 1915 nach Flandern verschifft. Drei lange Jahre hungert, kämpft, friert und fürchtet sich Willie. Er flieht vor Giftgas, wartet auf Post von seiner geliebten Gretta, begräbt seine Freunde und seine Feinde. Für ihren Einsatz hatte Großbritannien den Iren die Selbstverwaltung versprochen. Doch während Irlands Söhne auf den Schlachtfeldern für die Krone sterben, schießen in Dublin britische Soldaten die Rebellen des Osteraufstands nieder. Mit Willie Dunne, dem Soldaten mit der schönen Stimme und dem unschuldigen Herzen, hat Sebastian Barry eine unvergessliche Figur geschaffen. In einer bilderreichen Sprache, die dem Grauen ihre poetische Kraft entgegenstellt, erzählt er die berührende Geschichte eines jungen Mannes, der sich im Niemandsland des Krieges verloren geht.

Anbieter: buecher.de
Stand: 17.08.2019
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Lügendetektor
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Saul K. Padover ist ein Ethnologe der deutschen Katastrophe. Sein Bericht war einflussreich und ist noch heute lesenswert: Der amerikanische Präsident Eisenhower richtete sein Handeln unter anderem nach diesem frühen Plädoyer für eine zukunftsorientierte Deutschlandpolitik aus. Als unbewaffneter Offizier der Abteilung für Psychologische Kriegsführung interviewte Saul K. Padover in den Jahren 1944/45 die deutsche Bevölkerung, um deren Stimmung und Lage zu verstehen, um zu wissen, was in den Köpfen der Besiegten vor sich ging. Ziel dieser Gespräche war, an wichtige politisch-militärische Informationen zu kommen. Padover führte seine Interviews mit Vertretern aller Bevölkerungsschichten: Von der Bauerntochter bis zum Industriellen, vom Bischof bis zum Zwangsarbeiter, vom Nazibonzen bis zum kommunistischen Arbeiter kamen alle zu Wort. Die Auskünfte zeugen von Mut und kollektiver Depression, von Selbstmitleid und unbelehrbarer Arroganz und zeigen, dass die Deutschen noch keine Zeitgefunden hatten, sich komplizierte Ausreden zurechtzulegen - die Zeit der Verdrängung war noch nicht gekommen. Neben dem Gemütszustand der Deutschen berichtet Padover auch von den politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Militärregierung und von den ersten Regungen einer deutschen Selbstverwaltung. Saul K. Padover wurde 1905 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren. 1920 wanderte er in die USA aus, studierte in Yale und Chicago, wurde 1938 persönlicher Referent des Innenministers und ging 1943 zur Abteilung für Psychologische Kriegsführung nach London. Er hat zahlreiche historische Biographien veröffentlicht. Nach dem Krieg lehrte er an der New School for Social Research in New York. 1981 ist er dort, halb vergessen, gestorben.

Anbieter: buecher.de
Stand: 31.07.2019
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Deutsche Anwälte
98,00 € *
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Nach ihrer Einbindung und Verstrickung in das NS-Regime unternahm die deutsche Anwaltschaft 1945 einen neuen Aufbruch in die freie Advokatur. Starke Rechtszersplitterung durch die und innerhalb der Besatzungszonen hat dies erschwert. Interessenkonflikte zwischen den heimischen Anwälten und denen, die als Flüchtlinge oder Berufsfremde in die Anwaltschaft strebten, führten zu mancher Zerreißprobe. Begehrlichkeiten neuer politischer Einbindung in den Zeiten des kalten Krieges wurden im Westen mühsam abgewehrt. Unter der Herrschaft der sozialistischen Machthaber gelang dies im Osten nicht. Das Buch beschreibt jedoch, wie ostdeutsche Anwälte sich gleichwohl in beachtlichem Umfang Möglichkeiten echter Interessenvertretung ihrer Mandanten bewahrt haben. Im Westen war die erst 1959 erreichte Bundesrechtsanwaltsordnung nur ein erster Schritt. Weder die Politik noch die Anwaltschaft hatten voll erfasst, was unter der Geltung des Grundgesetzes freier Beruf und freie Advokatur bedeuten, nicht nur Freiheit von staatlicher Intervention, sondern auch Freiheit von einer Bevormundung durch die anwaltliche Selbstverwaltung, wo Gründe des Gemeinwohls diese nicht gebieten. Das Buch zeigt, wo und wie Anwälte erst lernen mussten, freie Advokatur zu leben und wie sehr von einem positiven Umgang damit die Zukunft der Anwaltschaft abhängt. Es zeigt auch, wie es nach 1990 gelungen ist, dass aus der Anwaltschaft in West und Ost eine deutsche Anwaltschaft entsteht.

Anbieter: buecher.de
Stand: 31.07.2019
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